Am 06.07.2026 folgten wir gerne der Einladung der schulpolitischen Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, Frau Delik Engin, zu einem Online-Elterncafé.
Nach der Begrüßung stand zunächst die geplante Einführung der ABC-Klassen im Mittelpunkt des Austauschs. Frau Engin interessierte sich insbesondere für die Einschätzung der Elternverbände zu diesem Vorhaben. Sie erläuterte, dass sich zahlreiche Expertinnen und Experten aus der frühkindlichen Bildung sowie auch die kommunalen Spitzenverbände kritisch zur Einführung der ABC-Klassen positionieren.
Die anwesenden Elternverbände waren sich einig, dass vor allem die frühkindliche Bildung weiter gestärkt werden muss. Ziel sollte es sein, allen Kindern bereits vor der Einschulung möglichst gleiche Bildungschancen und grundlegende Kompetenzen zu vermitteln, damit sie gut auf den Schulstart vorbereitet sind.
Ein weiteres wichtiges Thema war die Lehrmittelfreiheit. Auch hier bestand Einigkeit darüber, dass diese an die heutigen Anforderungen in Schule und Gesellschaft angepasst werden muss. Digitale Endgeräte wie Laptops oder Tablets sowie Taschenrechner gehören mittlerweile selbstverständlich zum Unterricht und sollten daher ebenfalls unter die Lehrmittelfreiheit fallen. In diesem Zusammenhang wurde auch über ein kostenloses Schülerticket für alle Schülerinnen und Schüler in Nordrhein-Westfalen gesprochen.
Großen Raum nahm außerdem das Thema mentale Gesundheit ein. Zahlreiche Studien zeigen, dass sich Kinder und Jugendliche zunehmend durch Leistungsdruck, Mobbing und Einsamkeit belastet fühlen. Die Gesprächsteilnehmenden waren sich einig, dass Schulen hierfür bessere pädagogische Konzepte benötigen. Ebenso müsse die individuelle Förderung weiter ausgebaut sowie die Anzahl der Schulpsychologinnen und Schulpsychologen sowie der Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeiter entsprechend der Schülerinnen- und Schülerzahlen deutlich erhöht werden.
Ein weiterer Schwerpunkt war der Ausbau der Offenen Ganztagsschule (OGS). Mit dem kommenden Rechtsanspruch auf einen OGS-Platz entstehen neue Herausforderungen. Es wurde darüber diskutiert, dass möglicherweise Schülerinnen und Schüler der höheren Jahrgänge künftig keinen Platz mehr erhalten könnten. Gleichzeitig bestand Einigkeit darüber, dass nicht nur ausreichend Plätze geschaffen werden müssen, sondern auch die Qualität der OGS gesichert werden muss. Die OGS darf keine reine Betreuungseinrichtung sein, sondern soll ein Ort des Lernens, der Förderung und des Wohlfühlens sein. Dafür sind verbindliche Qualitätsstandards ebenso erforderlich wie moderne Raumkonzepte und ein wirksames Hitzeschutzkonzept für die Schulgebäude.
Wir bedanken uns herzlich bei Frau Delig Engin für den offenen, konstruktiven und wertschätzenden Austausch. Der regelmäßige Dialog zwischen Politik und Elternvertretungen ist ein wichtiger Baustein, um die Herausforderungen im Bildungsbereich gemeinsam anzugehen. Wir freuen uns auf die Fortsetzung dieses Austauschs.