Gemeinsame Stellungnahme zu den geplanten ABC-Klassen
Die Katholische Elternschaft Deutschlands (KED), die Landeselternschaft der Förderschulen GE und KME in NRW sowie die Landeselternschaft der Realschulen in NRW e. V. haben eine gemeinsame Stellungnahme zu den geplanten ABC-Klassen (verpflichtende schulische Vorkurse zur Sprachförderung) abgegeben.
Die drei Elternverbände begrüßen ausdrücklich das Ziel der Landesregierung, die sprachlichen Kompetenzen von Kindern frühzeitig zu stärken und damit die Voraussetzungen für einen erfolgreichen und chancengerechten Bildungsweg zu verbessern. Zugleich betonen sie, dass Sprachförderung pädagogisch sensibel umgesetzt, eng mit bestehenden Förderstrukturen verzahnt und konsequent am Kindeswohl orientiert werden muss.
Aus Elternsicht sind insbesondere eine frühzeitige Förderung, der wertschätzende Umgang mit Mehrsprachigkeit, klare Zuständigkeiten, ausreichende personelle und finanzielle Ressourcen sowie eine verbindliche Einbindung der Eltern und Kommunen entscheidend für den Erfolg der ABC-Klassen. Die Verbände sprechen sich dafür aus, die Sprachförderung vorrangig in den Kindertageseinrichtungen zu verorten und auf zusätzliche Belastungen von Kindern, Familien und Schulen zu verzichten.
Mit ihrer Stellungnahme bringen die drei Elternvertretungen konstruktiv ihre Perspektive in den laufenden bildungspolitischen Diskurs ein und appellieren an den Gesetzgeber, die geplanten Regelungen praxisnah weiterzuentwickeln.
https://lers.nrw/wp-content/uploads/2026/02/20260122-Stellungnahme-zu-den-ABC-Klassen-1.pdf
Stellungnahme zum Digitalpakt 2.0
Die Landeselternschaft der Realschulen in Nordrhein-Westfalen begrüßt die Einigung von Bund und Ländern auf den Digitalpakt 2.0 grundsätzlich, sieht jedoch erheblichen Nachbesserungsbedarf. „Der Digitalpakt 2.0 ist ein wichtiges Signal, bleibt aber deutlich hinter dem tatsächlichen Bedarf der Schulen in NRW zurück“, erklärt der Vorstand der Landeselternschaft.
Positiv bewertet werden die geplante Förderung von Wartung, Support und digitalen Lernumgebungen sowie die Vereinfachung der Mittelvergabe. Gleichzeitig warnen Eltern vor erheblichen Risiken: „Wenn bereits geplante Digitalprojekte auf den Eigenanteil der Länder angerechnet werden können, besteht die Gefahr, dass kaum zusätzliches Geld an den Schulen ankommt.“
Besonders kritisch sehen Eltern in NRW die Finanzierung des Digitalpakts aus dem Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität. „Dieses Sondervermögen war für zusätzliche Zukunftsinvestitionen gedacht. Wenn daraus der Digitalpakt 2.0 finanziert wird, fehlt dieses Geld möglicherweise für dringend notwendige Sanierungen unserer Schulen“, so die Landeselternschaft.
Viele Schulen in Nordrhein-Westfalen seien weiterhin sanierungsbedürftig. Undichte Dächer, Schimmelbefall, gesperrte Räume oder seit Jahren geschlossene Sporthallen prägten an manchen Standorten den Schulalltag. „Kinder und Jugendliche brauchen Schulen, in denen sie sich sicher fühlen und gut lernen können – keine Dauerbaustellen.“
Deutliche Defizite sieht die Landeselternschaft zudem beim Einsatz von Künstlicher Intelligenz und bei der Digitalisierung der Schulverwaltung. „Professionelle KI-Anwendungen, sichere Lernplattformen und digitale Verwaltungsstrukturen verursachen hohe Kosten, werden im Digitalpakt 2.0 aber kaum berücksichtigt.“
Aus Elternsicht fehlt dem Digitalpakt 2.0 insgesamt eine verlässliche Gesamtplanung. „Wir brauchen klare Prioritäten, transparente Zahlen und eine langfristige Strategie für die Schuldigitalisierung in NRW“, betont der Vorstand. Die Landeselternschaft fordert daher eine ehrliche Neubewertung des Finanzbedarfs und den frühzeitigen Einstieg in die Gespräche für einen Digitalpakt 3.0 mit nahtloser Anschlussfinanzierung.
„Unsere Kinder dürfen im digitalen Bildungsbereich nicht weiter ins Hintertreffen geraten“, so das Fazit der Landeselternschaft der Realschulen in NRW.
Stellungnahme zum Kinderbildungsgesetz
Die Landeselternschaft der Realschulen unterstützt die geplanten Änderungen des Kinderbildungsgesetzes ausdrücklich. Gute frühkindliche Bildung ist eine zentrale Voraussetzung für Chancengerechtigkeit und ein verlässliches Fundament für erfolgreiche Bildungswege – auch an den Realschulen.
Eltern erleben derzeit vielerorts eingeschränkte Betreuungszeiten, Personalmangel und Qualitätsverluste. Der Gesetzentwurf greift diese Herausforderungen auf und ist aus Elternsicht ein wichtiger Schritt zur Stabilisierung des Systems.
Besonders begrüßt werden:
- die Stärkung der Sprachbildung durch Sprach- und Chancen-Kitas,
- Maßnahmen zur Fachkräftegewinnung und Qualifizierung,
- zusätzliche finanzielle Mittel zur Stabilisierung der Kitas sowie
- der Abbau bürokratischer Hürden zugunsten pädagogischer Arbeit.
Gleichzeitig formulieren Eltern klare Erwartungen:
Flexiblere Betreuungszeiten dürfen nicht zu Qualitätsverlusten führen, Inklusion muss verbindlich und verlässlich umgesetzt werden, und Kitas dürfen nicht dauerhaft im Notbetrieb arbeiten. Der Übergang von der Kita in die Grundschule muss transparent gestaltet und Eltern konsequent einbezogen werden.
Fazit: Frühkindliche Bildung ist der erste Baustein der gesamten Bildungskette. Entscheidend wird sein, ob die Reform in der Praxis tatsächlich zu mehr Qualität, Verlässlichkeit und Chancengerechtigkeit für alle Kinder führt. Besonders wichtig war uns das wir möchten das auch für Schuleltern eine gesetzliche Verankerung der Elternmitwirkung bis zur Landesebene geben soll, wie es jetzt auch bei dem Kinderbildungsgesetz gemacht wurde.