Frau Zingsheim-Zobel von Bündnis 90/Die Grünen hatte zu einem weiteren digitalen Fachgespräch eingeladen. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand diesmal das Thema Schulpsychologie.
Zu Beginn begrüßte Frau Zingsheim-Zobel die Teilnehmenden und betonte, wie wichtig die Arbeit der Schulpsychologinnen und Schulpsychologen angesichts der aktuellen Herausforderungen an den Schulen ist. Insbesondere die mentale Gesundheit von Schülerinnen und Schülern gewinnt zunehmend an Bedeutung und stellt die Schulen vor immer größere Aufgaben.
Anschließend übergab sie das Wort an Frau Greiner, die die Aufgaben und Arbeitsbereiche der Schulpsychologie näher erläuterte. Dabei machte sie deutlich, dass sich die Anforderungen in den vergangenen Jahren verändert haben. Während früher vor allem Lernschwierigkeiten im Vordergrund standen, nehmen heute insbesondere sozial-emotionale Schwierigkeiten und psychische Belastungen einen immer größeren Raum ein.
Die aktuelle Versorgungssituation ist allerdings nicht ausreichend. Derzeit kommt ein Schulpsychologe auf rund 5.500 Schülerinnen und Schüler. Auch im Verhältnis zur Lehrkräftezahl zeigt sich der Personalmangel: Auf etwa 379 Lehrkräfte kommt eine Schulpsychologin bzw. ein Schulpsychologe. Es wurde deutlich, dass hier ein erheblicher zusätzlicher Bedarf besteht.
Die Aufgaben der Schulpsychologie sind unter anderem durch einen Erlass geregelt, der im BASS verankert ist und noch aus dem Jahr 2007 stammt. Weitere Grundlagen finden sich in den Empfehlungen zum Krisenmanagement von Land, Kommunen und Unfallkassen sowie im Extremismuserlass.
Die Schulpsychologinnen und Schulpsychologen werden teilweise vom Land und teilweise von den Kommunen beschäftigt. Beide Bereiche arbeiten jedoch eng zusammen. Das sogenannte Regionale Einsatzmanagement regelt diese Zusammenarbeit. Darüber hinaus gibt es inzwischen auch Schulpsychologinnen und Schulpsychologen an den Bezirksregierungen sowie eine Landesstelle. Dort werden unter anderem die Weiterentwicklung des Notfallordners und die Arbeit der SystEx-Stellen koordiniert.
Im Anschluss an den Vortrag hatten die Teilnehmenden Gelegenheit, Fragen zu stellen und ihre Erfahrungen einzubringen. Dabei wurde noch einmal deutlich, wie wichtig die schulpsychologische Unterstützung für Schulen, Lehrkräfte, Eltern sowie Schülerinnen und Schüler ist. Gleichzeitig wurde mehrfach darauf hingewiesen, dass deutlich mehr Stellen geschaffen werden müssen, um dem steigenden Unterstützungsbedarf gerecht zu werden.
In der abschließenden Gesprächsrunde waren sich die Teilnehmenden einig, dass der regelmäßige Austausch mit der Politik zu wichtigen schulischen Themen von großer Bedeutung ist. Nur durch einen kontinuierlichen Dialog können Herausforderungen frühzeitig angesprochen, unterschiedliche Perspektiven eingebracht und notwendige Verbesserungen gemeinsam vorangebracht werden.