Am 18.09.2026 fand der Kongress „Kompetent im Netz“ des Schulministeriums NRW statt. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Schülerinnen und Schüler dabei unterstützt werden können, sich sicher, kompetent und verantwortungsvoll in der digitalen Welt zu bewegen.
Begrüßt wurden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer von Herrn Staatssekretär Urban Mauer. In seiner Begrüßung machte er eindringlich deutlich, wie wichtig es ist, dass Schülerinnen und Schüler die notwendigen Kompetenzen erwerben, um sich sicher im Netz bewegen zu können. Gleichzeitig betonte er, dass diese Aufgabe nicht allein von den Schulen bewältigt werden kann. Eltern, Schule, Gesellschaft und Politik müssen gemeinsam Verantwortung übernehmen, um Kinder und Jugendliche für die digitale Welt zu stärken.
Besonders beeindruckt hat uns der Vortrag von Herrn Nuxoll zum Thema „Manipulationen erkennen und begegnen“. Er zeigte anschaulich, dass ein Verbot allein keine Lösung darstellt. Vielmehr kommt es darauf an, Kinder und Jugendliche aufzuklären und ihnen die notwendigen Kompetenzen zu vermitteln, damit sie Manipulationen erkennen und ihnen begegnen können. Dabei gab er viele konkrete Tipps und Anregungen, wie dies im Alltag gelingen kann.
Ein weiterer Vortrag, der uns besonders beschäftigt hat, war der von Frau Ira-Katharina Petras, Psychologin an der Kinder- und Jugendklinik der RWTH Aachen, zum Thema „Die Welle der Künstlichen Intelligenz – Aufwind oder Absturz für Kinder und Jugendliche und die Demokratie?“
Sie zeigte anhand von Zahlen und Beispielen, dass Künstliche Intelligenz längst Bestandteil des Alltags vieler Kinder und Jugendlicher ist. Dabei ging sie auch darauf ein, wofür Jugendliche KI nutzen. Besonders nachdenklich gemacht hat uns die Information, dass etwa 10 Prozent KI auch gegen Einsamkeit nutzen, weil ihnen andere Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner fehlen.
Diese Entwicklung sollte uns als Gesellschaft aufrütteln. Wenn Kinder und Jugendliche eine künstliche Intelligenz als Ansprechpartner bei Einsamkeit nutzen, stellt sich auch die Frage, wo es an menschlichen Beziehungen, Unterstützung und erreichbaren Ansprechpersonen fehlt.
Frau Petras zeigte aber auch sehr eindrücklich, wo Künstliche Intelligenz lernförderlich eingesetzt werden kann und wo ihre Nutzung problematisch sein kann. Für uns als Eltern ist es wichtig, diese Unterschiede zu kennen und Kinder und Jugendliche dabei zu begleiten, KI sinnvoll, kritisch und verantwortungsvoll zu nutzen.
Neben den Vorträgen nutzten wir als Landeselternschaft der Realschulen in NRW auch den „Markt der Möglichkeiten“, um mit verschiedenen Organisationen ins Gespräch zu kommen, Erfahrungen auszutauschen und neue Kontakte zu knüpfen.
Besonders gefreut haben wir uns darüber, Frau Leven von der Polizei, mit der wir bereits zu den Themen Gewalt und Gefahren im Netz im Austausch stehen, einmal persönlich zu treffen und kurz miteinander sprechen zu können.
Nach der Mittagspause nutzten wir außerdem die Gelegenheit, Frau Pieper für die Einladung zum Kongress zu danken. Auch wenn die Veranstaltung ursprünglich für Lehrkräfte ausgerichtet war, war es für uns als Landeselternschaft besonders wertvoll, dabei sein zu dürfen. Denn gerade beim Thema digitale Medien wird deutlich: Wir können unsere Kinder und Jugendlichen nur gemeinsam stärken.
Schule allein kann diese Aufgabe nicht stemmen. Es braucht das Zusammenspiel von Schule, Eltern, Politik, Wissenschaft und Gesellschaft. Nur wenn alle Beteiligten gemeinsam daran arbeiten, können Kinder und Jugendliche die notwendigen Kompetenzen entwickeln, um sich sicher, selbstbewusst und verantwortungsvoll in der digitalen Welt zu bewegen.