Landeselternschaft der Realschulen in NRW e.V. - für die qualitative Realschule

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Landeselternschaft der Realschulen in NRW e.V.

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Online-Veranstaltung der Grünen: „Für immer im Netz – einmal geteilt, immer dein Problem“

Zu der Online-Veranstaltung mit dem Titel „Für immer im Netz – einmal geteilt, immer dein Problem“ hatten Frau Woestmann und Frau Deppermann von den Grünen eingeladen. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Kinder und Jugendliche im digitalen Raum besser geschützt und begleitet werden können.

Als Referenten waren Herr Adde Müller von der Landesanstalt für Medien NRW sowie Herr Dr. Rüdiger von der Polizei Brandenburg eingeladen.

Herr Müller widmete sich in seinem Vortrag insbesondere dem Thema Prävention und der Rolle von Eltern und Erwachsenen. Er betonte, wie wichtig es ist, Kinder frühzeitig aufzuklären, Interesse an ihrer digitalen Lebenswelt zu zeigen und gemeinsam Regeln für die Mediennutzung zu entwickeln. Dabei sei entscheidend, dass sich auch Erwachsene an diese Regeln halten.

Ein zentraler Punkt seines Vortrags war, dass Eltern sich zunächst selbst mit den Risiken der digitalen Welt auseinandersetzen müssen, um mit Kindern darüber ins Gespräch kommen zu können. Besonders wichtig sei dabei auch der Schutz der Privatsphäre von Kindern und Jugendlichen: Erwachsene sollten keine Bilder oder Informationen über Kinder ohne deren Einverständnis veröffentlichen.

Herr Müller verwies außerdem auf technische Möglichkeiten, mit denen Eltern die Mediennutzung sicherer gestalten können. Hilfreiche Informationen und Einstellungen seien beispielsweise über die Medienwerkstatt abrufbar. Auch die Internetseite Mediennutzungsvertrag.de biete Unterstützung, um gemeinsam in der Familie verbindliche Regeln für die Nutzung digitaler Medien festzulegen.

Wenn Kinder Opfer digitaler Gewalt werden oder selbst zu Beteiligten beziehungsweise Tätern werden, sei es besonders wichtig, Ruhe zu bewahren, die Gefühle der Kinder ernst zu nehmen, Schuldgefühle zu vermeiden und Unterstützung zu suchen. Je nach Situation könne auch eine Anzeige sinnvoll sein. Für offene Fragen gebe es zudem die Möglichkeit, sich anonym über die Plattform Zebra beraten zu lassen.

Der zweite Referent, Herr Dr. Rüdiger von der Hochschule Brandenburg, stellte zunächst anhand verschiedener Zahlen dar, wie stark Kinder und Jugendliche heute digitale Medien nutzen und wie viele junge Menschen von Problemen im digitalen Raum betroffen sind.

Er verglich den digitalen Raum mit dem Straßenverkehr: Auch dort bringen wir Kindern Regeln, Gesetze und den sicheren Umgang bei. Eltern, Schulen, Polizei und Gesellschaft übernehmen gemeinsam Verantwortung. Genauso müsse dies auch für die digitale Welt gelten. Kinder und Jugendliche müssten begleitet werden und ihre Rechte, Pflichten sowie mögliche Gefahren kennen.

Gleichzeitig machte Herr Dr. Rüdiger deutlich, dass viele Erwachsene sich im digitalen Raum selbst unsicher fühlen und dadurch Kindern häufig nicht die notwendige Unterstützung geben können. Umso wichtiger sei es, dass digitale Bildung bereits ab der Grundschule verbindlich vermittelt werde.

Er berichtete außerdem über die Arbeit digitaler Polizeiwachen, die sowohl Beratung anbieten als auch verdeckt gegen Täter im Netz ermitteln. Allerdings gebe es davon bislang zu wenige, da häufig Ressourcen und finanzielle Mittel fehlten.

Besonders eindringlich wies Herr Dr. Rüdiger darauf hin, dass sexualisierte Gewalt im digitalen Raum für viele Kinder und Jugendliche bereits zur Realität geworden sei. Viele wüssten nicht, dass bestimmte Handlungen strafbar sind, da es weiterhin an ausreichender Aufklärung fehle.

Ein reines Medienverbot sei dabei keine Lösung. Wie im Straßenverkehr brauche es viele verschiedene Maßnahmen, die ineinandergreifen: Aufklärung, Begleitung, Regeln, Kontrolle, Beratung und konsequente Strafverfolgung.

Auch auf die zunehmende Bedeutung von Künstlicher Intelligenz ging Herr Dr. Rüdiger ein. Diese werde zukünftig eine noch größere Rolle bei Gewalt im Netz spielen. Gleichzeitig gebe es hier noch viele offene Fragen und Herausforderungen, insbesondere im Bereich der gesetzlichen Regelungen.

In der anschließenden Diskussion wurden verschiedene Anlaufstellen gesammelt und die Bedeutung von Prävention hervorgehoben. Kritisch wurde dabei angemerkt, dass gerade präventive Angebote immer wieder gekürzt werden, obwohl sie einen wichtigen Beitrag zum Schutz von Kindern und Jugendlichen leisten.

Auch das Thema Schutzkonzepte an Schulen wurde diskutiert. Diese allein reichen nicht aus, insbesondere wenn Schülerinnen und Schüler nicht beteiligt werden, Eltern die Konzepte nicht kennen oder sie im Schulalltag nicht tatsächlich gelebt werden. Hier besteht weiterhin Handlungsbedarf seitens der Politik.

Zum Abschluss bedankten sich Frau Woestmann und Frau Deppermann für den interessanten Austausch und die vielen wichtigen Impulse. Auch wir bedanken uns herzlich für die Einladung und die Möglichkeit, an dieser wichtigen Diskussion teilzunehmen.

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