Im Rahmen ihrer Kinderschutzreihe hatte Frau Creuzmann zu einem Fachgespräch zum Thema „Flucht, Trauma, Schutz – Kinderrechte in der Praxis“ eingeladen. Verschiedene Referentinnen und Referenten beleuchteten das Thema aus unterschiedlichen Perspektiven.
Den Auftakt machte die Familienministerin Frau Schäffer. Sie informierte über das geplante Gewaltschutzkonzept, das noch in diesem Jahr veröffentlicht werden soll. Zudem ging sie auf das Landeskinderschutzgesetz ein und verwies darauf, dass inzwischen eine Kinderschutzbeauftragte für Nordrhein-Westfalen benannt wurde: Sabine Ladenburger.
Sie betonte, dass in NRW bereits vieles erreicht worden sei, machte jedoch auch bestehende Probleme deutlich. Insbesondere kritisierte sie, dass geflüchtete Kinder häufig keinen ausreichenden Zugang zu Bildung haben und Unterkünfte oft nicht kindgerecht gestaltet sind. Hier bestehe deutlicher Handlungsbedarf.
Anschließend sprach Herr Dräser vom Katholischen Büro Düsseldorf. Er stellte die aktuellen Flüchtlingszahlen weltweit sowie in NRW dar und wies darauf hin, dass die Mehrheit der Geflüchteten nicht in Deutschland lebt, sondern vor allem in Regionen wie Afrika, dem Iran oder der Türkei.
Darauf folgte Frau Züngerling, die eindrücklich die Lebenssituation von Geflüchteten in Unterkünften schilderte. Besonders die Lage der Kinder stand dabei im Fokus: beengte Wohnverhältnisse, fehlende Rückzugsräume und eingeschränkte Entwicklungsmöglichkeiten.
Den Abschluss der Vortragsreihe bildete Herr Sayim, unabhängiger Abschiebebeobachter am Flughafen Düsseldorf. Er gab Einblicke in seine Arbeit und berichtete von seinen Beobachtungen bei Abschiebungen, die für die Teilnehmenden sehr aufschlussreich waren.
Im anschließenden Austausch mit dem Plenum wurden zentrale Fragen an die Ministerin gerichtet. Themen waren unter anderem die Umsetzung von GERS, die Bildungssituation geflüchteter Kinder sowie die Notwendigkeit, Lehrkräfte besser im Umgang mit traumatisierten Kindern zu schulen.
Am Ende bestand Einigkeit darüber, dass Zuwanderung als Chance verstanden werden sollte – insbesondere mit Blick auf die Rechte und Entwicklungsmöglichkeiten von Kindern.